Kohlenhydrate beim Abnehmen

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Quelle: Pixabay.com

Kohlenhydrate beim Abnehmen – Sind sie der Feind oder doch ein Freund?

Kohlenhydrate lassen den Blutzucker in die Höhe schnellen und machen dick – das wird ihnen jedenfalls zum Großteil nachgesagt. Zum Abnehmen wird ihnen daher meist als Erstes abgeschworen und sie werden vermieden wie der Teufel höchstpersönlich. Low-Carb-Diäten, die in großem Maße auf Kohlenhydrate verzichten und stattdessen auf den Verzehr von Proteinen und Fetten basieren sind das Resultat. Bedeutet: Auf Nimmerwiedersehen Pasta, Weißbrot und Kartoffeln. Tatsächlich sind Kohlenhydrate jedoch die wichtigsten Energielieferanten für unseren Körper und unverzichtbar. Und das gilt auch beim Abnehmen, denn Kohlenhydrate sind beim Gewichtsverlust gar nicht so schlimm, wie alle es immer dachten. Es kommt eben auf die richtige Menge und vor allem eins an: Die richtige Art an Kohlenhydraten!

Was sind Kohlenhydrate überhaupt?

Kohlenhydrate sind kurz gesagt Energielieferanten für unseren Körper. Der Körper verwandelt die Kohlenhydrate in Glukose, das Gehirn, Muskeln und Nerven mit Energie versorgt. Dabei handelt es sich bei Kohlenhydraten um Zucker, die in Einfach-, Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzucker unterteilt werden können. Sie unterscheiden sich in ihrem Aufbau und wie schnell der Körper sie dementsprechend aufspalten kann. Einfachzucker kann der Körper direkt verarbeiten, somit gelangen diese besonders schnell in unser Blut und lassen den Blutzucker ansteigen. Während sie so zwar schnell Energie liefern, fällt dieser Schub auch sehr schnell wieder ab. Vielfache Zucker dagegen stellen langkettige Zucker dar, die nur langsam im Körper verwertet werden können, wodurch keine Blutzuckerspitzen entstehen und der Körper für längere Zeit mit Energie versorgt wird.

Muss man wirklich auf Kohlenhydrate verzichten?

Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Kohlenhydraten sind nicht gut für den Körper. Das Gehirn verlässt sich ausschließlich auf die Kohlenhydrate als Energielieferant, weshalb diese niemals vollkommen weggelassen werden sollten, auch nicht, wenn man eine Low-Carb-Ernährung verfolgen möchte. Bei einem Mangel folgen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und zudem steigt das Verlangen nach Glukose. Werden jedoch zu viele Kohlenhydrate verzehrt, bildet der Körper Glykose im Überschuss, die letzten Endes in den lästigen Fettpölsterchen landen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Low-Carb-Diäten so beliebt sind. Doch anstatt gänzlich auf Kohlenhydrate zu verzichten, geht es vielmehr darum, die richtigen Kohlenhydrate im richtigen Maß zu verspeisen. Das bedeutet: langkettige Kohlenhydrate, wie wir sie bspw. in Vollkorn finden. Vollkornmehl besteht aus langkettigen Sacchariden, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen und uns länger satt halten – das hat sogar Mama schon früher gewusst. Statt also zum Weißbrot zu greifen, heißt es Vollkornbrot, was (wenn wir mal ehrlich sind) nicht nur gesünder ist, sondern auch besser schmeckt.

 

„Gekochte Kartoffeln“ (CC BY 2.0) by wuestenigel

Auf die richtige Art kommt es an: Die resistenten Kohlenhydrate der Stärke

Wer Kartoffeln und Nudeln allerdings zu gern mag hat Glück, denn mithilfe der resistenten Stärke, wie sie in abgekühlten gekochten Kartoffeln vorhanden ist, lassen sich Kalorien einsparen und die Verdauung wird zudem positiv beeinflusst. Die Stärke in der Kartoffel stellt nichts anderes als einen Vielfachzucker dar, der über längeren Zeitraum im Körper verarbeitet wird. Im Vergleich zur gewöhnlichen Stärke, die der Körper in Einfachzucker verwandelt, um Energie zu erhalten, kann die resistente Stärke nicht vom Körper aufgespalten und verwertet werden. Bedeutet: Bei der Verdauung bleiben etwa 10 Prozent der Stärke übrig, die nicht aufgespalten wurde, wodurch der Körper weniger Kalorien aufnimmt. Diese Art der natürlichen Stärke entsteht, wenn gekochte stärkehaltige Speisen, wie Kartoffeln oder Reis, abkühlen. Auch wenn man diese nach dem Abkühlen erneut erhitzt, bleibt diese erhalten. Wer hätte gedacht, dass man sich mit den Kartoffeln vom Vortag Kalorien einsparen kann?

Auf die Frage, ob Kohlenhydrate gut sind oder nicht, gibt es also kein klares Ja oder Nein. Sie sind beim Abnehmen zu einem gewissen Grad Feind, dennoch sind sie in der richtigen Art und Menge unser Freund, für unseren Körper unerlässlich und für unsere Diät förderlich. Beim Abnehmen gilt es somit, nicht vollkommen auf Kohlenhydrate zu verzichten, damit unser Körper die benötigte Energie bekommt, die er braucht. Stattdessen soll zu den richtigen Kohlenhydraten gegriffen werden, nämlich den langkettigen. Besonders interessant hier: Die resistente Stärke aus abgekühlten gekochten Kartoffeln und Reis. Wer also abnehmen will, muss sich keinesfalls für immer von Kartoffeln, Nudeln und Co. verabschieden.