Die Top Hits der Tiere

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Rote Brüllaffen (Alouatta seniculus)
Foto: Geo Television / Doclights GmbH / NDR Naturfilm

Wo immer man ist: Fast überall sind Tiere zu hören. Deshalb nehmen wir Menschen die Tierlaute manchmal bewusst gar nicht mehr wahr. Dabei sind die Gründe für ihre Rufe sind so interessant und vielfältig wie ihre Geräusche selbst. Manche Laute fordern zum Kampf auf, dienen der Jagd, andere sollen warnen, werden zum Flirten benutzt oder sollen navigieren. Die Dokumentation zeigt die vielfältigen Laute der Tiere und erklärt, dass manchmal ein für uns lieblich klingender Vogelgesang einen höchst aggressiven Grund hat.

Frösche quaken, Hunde bellen und Vögel zwischtern – fast jedes Tier erzeugt ein bestimmtes Geräusch. Ihre Töne können Landschaften definieren und uns gedanklich an exotische Orte versetzen. So verbinden wir die afrikanische Savanne mit dem Brüllen eines Löwen. Dieses Brüllen kann so laut wie ein Presslufthammer werden, das noch in acht Kilometern Entfernung zu hören ist. Ziel des lauten Brüllens ist die akustische Verteidigung des eigenen Reviers. Schließlich braucht ein Löwenrudel einen ausreichend großen Raum, in dem so viele Tiere zum Jagen leben, um davon satt zu werden.

Auf der nördlichen Halbkugel vibriert jeden Herbst in den Wäldern die Luft. Zur Brunftzeit röhren die Rothirsche um die Wette. Ihre lauten Rufe sind eine Kampfansage an alle anderen Männchen in der Umgebung. Außerdem präsentieren sich die großen Tiere so den Weibchen. Ihre Kampfbereitschaft soll imponieren.

Im Frühjahr hingegen dienen die heimischen Teiche als Bühne für einen besonderen Gesangwettbewerbes. Jeder Frosch will mit seinem Quaken den Weibchen mitteilen, dass sich hier jemand befindet, der gerne eine Partnerin hätte. Und so bildet sich Tag für Tag ein wildes Stimmengewirr über den Teich, das in Süßwasserorgien mit vielen Kaulquappen endet.

Wie die Nachbarn der Frösche, die Sumpfschildkröten, ihre Partner anlocken, weiß man noch nicht. Auf den ersten Blick machen die gepanzerten Tiere einen eher schweigsamen Eindruck. In Wirklichkeit unterhalten sich die Schildkröten mit niederfrequentierten Tönen, die wir Menschen nicht hören können. Jedoch weiß noch keiner, was sie sich zu sagen haben.

Im dichten Dschungel ist die Kommunikation von zentraler Bedeutung. Elefanten nutzen nicht nur ihr lautes Trompeten, sondern kommunizieren auch durch die Vibration, wenn sie auf den Boden stampfen. Schließlich muss man sich in dem Dickicht von Pflanzen erst einmal finden. Brüllaffen tun deshalb ihrem Namen alle Ehre. Jedes Tier muss mit seinem lauten Rufen verkünden, dass es da ist und potenzielle Rivalen fern halten.

Ein Geräusch der Natur, das wir Menschen in der Regel als wunderschön bezeichnen, dient eigentlich als Ausdruck reiner Aggression. Das Zwitschern der Vögel am Morgen sind in Wahrheit die Kriegsrufe vieler kleiner Kämpfer, die ihr Revier verteidigen und Artgenossen damit fern halten. Das Rufen der Vögel kann aber auch zur Identifikation dienen. In großen Kolonien schreien die Jungen unentwegt nach ihren Eltern, die ihren Nachwuchs nur an ihrer Stimme erkennen können. Störche klappern mit ihren langen Schnäbeln, um die Beziehung zu ihrem Partner zu festigen. Fledermäuse wiederum nutzen Geräusche, um ihre Umgebung wahrnehmen zu können. Die nachtaktiven Tiere scannen ihre Umwelt durch das Echo, das ihnen entgegenkommt. Auf diese Art und Weise schnappen sie sogar kleine Insekten. Raben haben ihre Kommunikation so perfektioniert, dass sie sich gegenseitig vor Gefahren warnen können, über Nahrungsquellen informieren und sich die Manöver von Wölfen erzählen.

Wir Menschen sind der Meinung, dass das Verständigen eine menschliche Leidenschaft ist, doch wenn man genauer hinhört, dann haben die Tiere auch einiges zu sagen.

Weitere Infos zu Sendeterminen unter GEO

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