Nuray Çeşme „DER WILLE VERSETZT BERGE“

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Nuray Çeşme

Bild: Nuray Çeşme

Wie genau ihr der Spagat zwischen den Kulturen gelungen ist, beschreibt Nuray in ihrem Erinnerungsbuch DER WILLE VERSETZT BERGE, das ab 15. September im Handel erhältlich sein wird. Während die Politik auf lokaler und nationaler Ebene hitzig über die Frage diskutiert, wie die Integration von Hunderttausenden gelingen kann, lebt die Hamburger Autorin Nuray Çeşme dies vor.

Ihr Buch, das eigentlich als Sammlung von Erinnerungen gedacht war, wird in der aktuellen Integrationsdebatte zum überzeugenden Plädoyer für ein menschliches Zusammenleben jenseits von Fragen des Glaubens und der Herkunft. „Nach dem Tod meines Vaters musste ich seine Lebensgeschichte aufschreiben, um die Erinnerungen an meine eigene Kindheit zu bewahren“, sagt Nuray Çeşme. Entstanden ist ein erfrischend authentisches Bild deutsch-türkischer Geschichte. „Trotz aller Missverständnisse und kultureller Verschiedenheiten – am Ende sind es die menschlichen Schicksale, die uns alle verbinden“, sagt die Autorin.

Nuray Çeşme

Nuray Çeşme

Zum Buch: Eine Familiengeschichte, die unsere Gesellschaft in Deutschland mitgeprägt hat: Als Gastarbeiter sucht Nuray Çeşmes Vater in den Sechzigerjahren sein Glück in Almanya. Aus den ärmlichen Verhältnissen seines kleinen Dorfes in der Türkei reist er ins Ungewisse, lässt Frau und Kinder zurück. Der Plan ist, im verheißungsvollen Deutschland einige Jahre gutes Geld zu verdienen, um es später zu Hause besser zu haben. Wie bei vielen seiner Generation wird aus ein paar Jahren am Ende sein ganzes Leben. Seine Familie folgt ihm – zumindest zum Teil – nach Deutschland, aber die Türkei bleibt für ihn immer die eigentliche Heimat.
Seine Tochter, die Autorin Nuray Çeşme, wächst in Deutschland auf, geht zur Schule und findet Arbeit. Doch sie fühlt sich zerrissen zwischen zwei Kulturen, zwei Heimatländern. Als ein Schicksalsschlag die Zukunftspläne ihrer Eltern zunichtemacht, beginnt sie, auch ihr eigenes Leben zu überdenken.

Nuray Çeşme, geboren 1976 in Balıkesir, ist bei ihrer türkischen Familie in Deutschland aufgewachsen. Sie besitzt keinen deutschen Pass, denn sie würde ihren türkischen nicht für einen deutschen aufgeben wollen. Sie liebt beide Länder und bezeichnet sich selbst als stolze Deutschtürkin. Die Autorin lebt heute in Hamburg. Sie ist geprüfte Bilanzbuchhalterin und arbeitet als Abteilungsleiterin in einem Hamburger Konzern. Nach dem Tod ihres Vaters hat sie angefangen, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben und damit Erinnerungen an ihre eigene Kindheit zusammenzutragen.

„Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem mein Vater sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum hatte. Wie er strahlte, als er von der Arbeit nach Hause kam, wie stolz er war. […] Als mein Vater ein Vierteljahrhundert zuvor in den Zug stieg, der ihn nach Deutschland bringen sollte, hatte er nicht einmal einen Koffer dabei. Er kannte weder die Kultur noch die Sitten, er wusste auch nicht, wo Deutschland lag, und trotzdem ließ er alles hinter sich und reiste ins Ungewisse.“

Titel: Der Wille versetzt Berge
Untertitel: Aus dem Leben einer türkischen Gastarbeiterfamilie
Autor: Nuray Çeşme
Verlag: Dualedition
ISBN: 978-3-942585-03-3
EAN: 4-260225-210042
Ersterscheinung: 15. September 2016
Format: Klappenbroschur, 135 mm x 200 mm, 208 Seiten
Preis: 15,99 €

Die offizielle Website Nuray Cesme

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