Ordnungssysteme für Ihr Fotochaos

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Mancher fühlt sich vielleicht ertappt: Viele begeisterte Hobbyfotografen und Familien häufen im Laufe der Zeit eine geradezu unglaubliche Menge an Fotos an, sei es als Filmnegativ oder auf der Speicherkarte, auf der PC-Festplatte oder als physische Auszüge. Letztere liegen dann wirr und ungeordnet in alten Schuhkartons herum oder besetzen in doppelter und dreifacher Ausführung den begrenzten Desktop-Speicherplatz, über den man längst die Übersicht verloren hat. Dabei genügen einige einfach umsetzbare Vorgehensweisen, um nachhaltig Ordnung zu schaffen.

Traditionelle Fotosortierung

Wenn Sie zu den Verfechtern von Auszügen zum Anfassen und Rumzeigen gehören oder alte Fotografien von Ihren Eltern oder Großeltern geerbt haben, kommen Sie kaum um eine manuelle Sortierung herum. Dabei können Sie zum Beispiel nach Jahreszahlen oder Ereignissen wie dem letzten Türkei-Urlaub vorgehen. Erfahrungsgemäß entwickelt im Laufe der Zeit jeder sein ganz eigenes Organisationssystem. Wenn Sie etwas Handfestes bevorzugen, ist es sinnvoll, neu geschossene Fotos so zeitnah wie möglich in ein Album zu kleben. Aufgrund der begrenzten Seitenzahl erfolgt tendenziell eine Auswahl der besten und wichtigsten Fotos, wodurch mitunter regelrechte Meisterwerke entstehen. Weitere hilfreiche Ordnungstipps gibt es hier.

Am Heimcomputer

Den Umgang mit den virtuellen Dateiordnern der gängigen Betriebssysteme lernt jedes Kind binnen kürzester Zeit. Um in die Festplatte ebenfalls Ordnung hineinzubekommen, sollten Sie zuerst ein Hauptverzeichnis anlegen, etwa den „Bilder“-Ordner in Windows oder eine digitale Cloud. Beim Speichern Ihrer Fotos wird Ihnen auffallen, dass die Kamera die Betitelung nach bestimmten Schemata automatisch vornimmt. Ein ebenso klares Schema benötigen Sie für die Benennung Ihrer Ordner. Hierfür bietet sich das Format „Jahr_Monat“ an, um die Dateien im Windows Explorer übersichtlich zu sortieren und zu filtern.

Um auch ja keinen erinnerungswürdigen Moment zu verpassen, haben Sie vielleicht ganze Serien desselben Motivs geknipst. Da schadet es nichts, wenn Sie großzügig Bilder in den Papierkorb verschieben, die verwackelt sind oder einen ungünstigen Kamerawinkel aufweisen. Eine durchdachte Vorauswahl verhindert auch, dass Sie später zu viele Fotos ausdrucken müssen und damit direkt vor dem nächsten Chaos stehen. Weitere Tipps zu diesem Thema finden Sie in diesem Ratgeber.

Digitale Helfer

Wenn Sie die volle Kontrolle über Ihr Bildarchiv haben wollen, sollten Sie eine Fotomanagement-Software nutzen. Dabei sollte es sich allerdings um ein Programm handeln, dessen Verwaltungsfunktionen der normalen Ordnersortierung bei Windows deutlich überlegen sind. Dazu gehören vor allem die folgenden Features:

  • Darstellungsvarianten wie Rasteransicht, Zoom und Slideshow
  • Erkennung und Anzeige von Metadaten aller Formate
  • Sortierungsmöglichkeiten nach Kriterien wie Datum, Ort, Personen im Bild, Ereignissen.
  • Tagging-Funktion, um mehrere Fotos auf einmal mit Schlagwörtern zu versehen
  • Bearbeitungsoptionen wie Kontrast- und Helligkeitsanpassung, Rotaugenkorrektur, Bildzuschnitt, Retusche und Filter

Bis vor Kurzem war Picasa das beliebteste Programm für Fotoverwaltung. Es wurde jedoch zwischenzeitlich eingestellt und ist wegen der fehlenden Entwicklerunterstützung aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu empfehlen. Diese Liste hilft Ihnen dabei, für Ihr Organisationsprojekt eine kostenlose Alternative aus Kandidaten wie Google Fotos oder Flickr auszusuchen.

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