Trends mit scharfen Outfits

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Mode trends
Trends wechseln immer schneller. Dafür werden die Zeitabstände, in denen sie sich wiederholen, immer kleiner. Retrospektiven konträrer modischer Symbole und Designer anderer Dekaden sind im aktuellen Stil-Mix unumgänglich. Allein wie oft in den vergangenen fünf Jahren die 50er, 60er, 70er und 80er Jahre als Inspirationsquelle modischer Neuinterpretationen dienten, ist kaum nachvollziehbar. Einzig die 80er taten sich schwer, es vom Modetrend in den Mainstream zu schaffen. Jetzt aber ist es amtlich: sie sind wieder da. Bunt, exzentrisch, unübersehbar.

Wie von selbst erscheinen plötzlich auch ihre Leitbilder wieder im Kopfkino derer, die sie hautnah erlebten. Egal ob als Yuppie (young urban professional persons), als Mitglied jener neuen Generation junger Städter, für die nach der Hippiezeit der 70er Jahre Karriere und materieller Wohlstand an erster Stelle standen. Oder als Popper, die sich ausschließlich in hochwertigen, exklusiven Modemarken und mit Hochglanztolle in asymmetrischem Kurzhaarschnitt unter ihresgleichen trauten. Oder als Punk, in der schrillen Gegenbewegung zur Konsum- und Lable-Gesellschaft. Alle Extreme und unzählige Zwischenwelten wurden gefeiert. Alles ging.

Und weil Fitness und Körperbewusstsein im neuen Lifestyle immer größeren Stellenwert erlangten, turnte sich Jane Fonda mit ihrer Pop-Gymnastik zur absoluten Aerobic-Queen. Nebenwirkung: Leggings, die hautengen Elastikhosen, verbreiteten sich rasend schnell über den Sportswearbereich hinaus. Bald landeten sie in der Freizeit-, dann in der Stadtmode in Verbindung mit Tuniken und metallfarbenen Ballerinas oder mit Longpullies und Basketballstiefeln. Und auch hier darf der Kontrapunkt nicht fehlen. Oversized waren die Outfits der Breakdancer. Die ersten tanzenden Ghetto-Kids, die die Klamotten ihrer großen Brüder auftragen mussten, wurden zu Vorbildern der Straßenszene. Baggy Pants und Netzhemden in XXL-Größen, die beim Breakdance genügend Bewegungsfreiraum garantierten, waren fortan im Streetwear-Sektor die coolen Begleiter modischer Youngster und hielten sich wacker über die nächsten 20 Jahre. Ihre momentane Reinkarnation erleben sie in Hip-Hop- und Skaterkreisen.

Nach der kleinen Zeitreise rückwärts zeigt der Blick in die Runde, wie sehr sich die Bilder jetzt gleichen. Pop-Diva Madonna setzt nach wie vor Trends mit scharfen Outfits und femininen Wellenfrisuren, die durchaus auch in die 80er gepasst hätten. Das Gleiche könnte man auch von einigen Prêt à Porter-Kollektionen der Wintersaison 2006/2007 behaupten: Anzüge mit Westen und Krawatten bei Ralph Lauren, Megabrillen bei Dior, Schluppenblusen und üppige Perlenketten bei Chanel, Rüschenshirts bei Anna Sui, Leggings zu schicken City-Kostümen und Tuniken bei Yves Saint Laurent. Lange Mähnen und viele Locken bei Alexander Mc.Queen. Mondänes Make-up überall: In der Versace-Show zeigen sich Smokey Eyes in faszinierendem Blauschimmer. Bei Gucci wird Lidschatten in schrillem Pink mit Gold kombiniert. Zur Prada-Kollektion passen kräftige Lippenfarben in Pflaumenrot. Dunkle Lippen und Nägel stehen auch bei Ghost im Rampenlicht.

Cowboy-Romantik hat sich mittlerweile über sämtliche Lifestyle-Bereiche ausgebreitet. Nach dem Erfolg der Kinostreifen „Brokeback Mountain“ und „Walk the Line“ wandern Country- und Westernklänge nun aus ihrer Ecke hinter der Volksmusik in die Szenelokale. Spezialanbieter für Westernzubehör werden zu Hot Spots des Modevolkes.

In den Kinos warten weitere Reminiszenzen aus den 80ern. Eine neue Verfilmung von „Dallas“ ist bereits beschlossene Sache. Wunschbesetzung: John Travolta, Shirly MacLaine, Jennifer Lopez. Start: irgendwann 2007. Bereits fertig ist die modernisierte Version von „Miami Vice“. Die berühmten Drogenfahnder aus Florida haben am 24. August ihren neuen Kino-Auftritt in hochkarätiger Besetzung mit Colin Farrell und Jamie Fox. Kurz darauf, am 14. September startet die Erstverfilmung des einmaligen Bestsellers der 80er: „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Dustin Hoffmann spielt die Rolle des Parfumeurs Baldini. Seit Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ hatte kein deutschsprachiges Buch einen so durchschlagenden Erfolg. Patrick Süskinds Roman über das Leben des Parfumeur-Gesellen Jean Baptiste Grenouille im Paris und Grasse des 18. Jahrhunderts war wie gemacht für die opulenten 80er, in denen berühmte temperamentvolle Düfte kreiert wurden, die heute wieder als kultig gelten.