DAS ARM REICH EXPERIMENT

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Randy Wenzke und Nadine Noack Foto: MG RTL D

Die Einkommensschere in Deutschland wird immer größer. Während die obersten zehn Prozent der Haushalte über 51,9 Prozent des Nettovermögens zur Verfügung haben, hat die untere Hälfte hat nur rund 1 Prozent. Kein Wunder also, dass der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit immer stärker und auch lauter wird. In der zweiteiligen RTL-Dokumentation „Das Arm Reich Experiment“ mit Ilka Bessin, jeweils am Di., 27.11 und 4.12., ab 20:15 Uhr, wagen jetzt vier Familien ein außergewöhnliches Experiment. Je eine reiche und eine arme Familie tauchen für einige Tage in das Leben der anderen ein.  Sie wohnen in deren Haus, sie leben deren Alltag. Wie werden die Familien die jeweils komplett fremde Welt erleben? Ilka Bessin begrüßt alle Familien im Anschluss zu einem gemeinsamen Austausch in Rahmen einer Talkrunde. Unterlegt mit Ausschnitten aus der Doku, werden sie gemeinsam die Erlebnisse reflektieren. Wie sind sie mit der Lebenssituation des anderen klar gekommen? Und was nehmen sie daraus für ihr aktuelles Leben mit?

Die Familie ist das Fundament unserer Gesellschaft. Hier werden essenzielle Werte vermittelt, die unser Zusammenleben als Gesellschaft prägen und definieren. „Das Arm Reich Experiment“ zeigt besonders anschaulich per Rollentausch zwischen ganzen Familien wie unterschiedlich das Leben auf beiden Seiten der Einkommensschere aussehen kann und stellt dabei die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und dem wahren Glück.

Ilka Bessin liegt das Thema Armut aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit besonders am Herzen. Die 46-Jährige war vor ihrer Bühnenkarriere als „Cindy aus Marzahn“ selbst jahrelang arbeitslos. Sie will den Menschen eine Stimme geben, die sonst kein Gehör finden und mit dieser Dokumentation auch auf eine bedenkliche soziale Entwicklung in unserer Gesellschaft aufmerksam machen: „Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer.“

Die Familien sind dabei bewusst mit extrem unterschiedlichen Monatseinkommen ausgestattet. Die beiden „reichen“ Familien können finanziell sorgenfrei leben und haben pro Woche mehrere tausend Euro zur freien Verfügung. Die beiden „armen“ Familien dagegen müssen jeden Cent zwei Mal umdrehen und kommen nur schwerlich über die Runden. Luxus ist für sie ein Fremdwort.

Ilka Bessin: „Erst in diesen Extremsituationen reflektiert man tiefgründig sein eigenes Leben. Welche Erfahrungen machen die Familien? Und was nehmen Sie nach dem Experiment mit in ihr altes Leben?“

FOLGE 1, DI., 27.11

Familie Rottkirchen aus Köln lebt mit insgesamt 6 Personen in einem 70 qm Bungalow zur Miete. Die beiden Jungs Justin (14) und Brandon (10) teilen sich ein kleines Zimmer. Das Gleiche gilt für Ihre Schwestern Sydney (10) und Chelsea (7). Mutter Daniela (33) arbeitet fünf Mal die Woche als Putzfrau. Vater Marcus (40) war arbeitslos und hat jetzt wieder eine Stelle als Lagerist gefunden.

Die Familie lebt vom Arbeitsamt, von SGB 2 (Grundsicherung für Arbeitssuchende) und Kindergeld. Ihr Wochenbudget beträgt 200,- Euro. Für Powershopping und ausgefallene Hobbies ist da kein Raum. Aber fast die ganze Familie begeistert sich für Fußball und spielt aktiv im Verein. Besonders wichtig istden Eltern die Ausbildung ihrer Kinder, damit sie die Perspektive auf ein anderes Leben haben.

Familie Hilse aus Uffing im Landkreis Garmisch-Patenkirchen lebt dagegen finanziell sorgenfrei. Die fünfköpfige Familie bewohnt ein 450 qm großes Haus mit zehn Zimmern und einem großen Garten. Im Haus befindet sich die Praxis von Christian (45) und Christine (38) Hilse. Beide arbeiten erfolgreich als Psychotherapeuten und kommen bereits aus reichem Haus. Den Kindern Elia (14), Marie (9) und Michael (3) fehlt es an nichts. Sie sind alle sportlich, haben jeden Tag ein anderes Programm, spielen teilweise Klavier, betreiben Aikido etc. Elia hat sogar einen eigenen YouTube-Kanal.

Das Wochenbudget der Familie, nach Abzug aller Kosten, beträgt 2300 Euro.

FOLGE 2, 04.12

Nadine Noack (33) und Randy Wenzke (31) aus Cottbus sind seit drei Jahren ein Paar. Sohn Conner (5) stammt aus einer ehemaligen Beziehung von Nadine. Sie hat Kauffrau im Ei zelhandel gelernt und ist aktuell arbeitslos. Randy hat keinen Beruf erlernt. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs auf der Baustelle und im Sicherheitsgewerbe durch. Die Patchwork-Familie lebt in einer 66 qm großen Wohnung. Beiden stammen bereits aus armen Verhältnissen. Nadine ist davon überzeugt, dass die Situation, in der man aufwächst, viel damit zu tun hat, wie weit man es im Leben bringt. Nadine bezieht Hartz IV und Kindergeld. Manchmal verdient Randy etwas dazu. Damit kommen sie im Schnitt auf rund 200 Euro Wochenbudget.

Familie Hopf aus Berlin Dahlem ist dagegen eindeutig als reich zu bezeichnen. Remo Hopf (58) ist Diplom Wirtschaftsjurist und Musiker. Mit Ende 20 stand bei ihm schon der erste Porsche vor der Tür. Er stammt aus einem gutbürgerlichen Beamtenhaushalt. Marietta Hopf (59) ist habilitierte HNO-Ärztin mit eigener Privatpraxis. Sie stammt aus armen Verhältnissen und wurde erst mit Mitte 30 zur Großverdienerin. Beide haben Kinder aus früheren Beziehungen, die nicht mehr mit im gemeinsamen Haus leben. Platz gäbe es genug. Das schlossähnliche Gebäude bietet insgesamt rund 1000 qm Wohnfläche. Dazu gehören 2000 qm Garten. Nach Abzug aller Fixkosten (dazu gehören 20.000 Euro Miete pro Monat und 10 Pers. Haus- und Praxispersonal) hat die Familie ein Wochenbudget von ca. 7500 Euro zur Verfügung.

Schafft es Familie „Reich“ auf der einen Seite, eine Woche lang so zu haushalten, dass sie überhaupt jeden Tag satt werden? Und kann Familie „Arm“ es überhaupt übers Herz bringen, so viel Geld für Extra-Kleidung und andere Luxusgüter auszugeben? Und was lernen alle Familien für sich eigentlich aus diesem Experiment?