Der modische Weg zur ewigen Liebe

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Fotoquelle: Wilvorst

Fotoquelle: Wilvorst

Damit der „schönste Tag im Leben“ auch hält, was er verspricht, scheuen Designer keine Mühen, um die Braut mit atemberaubenden Roben zum Strahlen zu bringen und sie zum konkurrenzlosen Mittelpunkt der Hochzeitsfeier zu machen – und auch der stylishen Bräutigam wird dabei natürlich nicht vergessen.

Retro-Prinzessinnen für einen Tag

Verliebt, verlobt, verheiratet – getraut wird sich immer. Mal mehr, mal weniger, doch die zunehmende Unbeständigkeit des Zeitgeistes lässt die private Sicherheit immer bedeutender werden. Allerdings wird das gegebene Jawort keineswegs mehr unbedingt mit einer traditionellen Zeremonie besiegelt, wie es noch bei den Eltern der Fall war – dann schon lieber im Stil der Großeltern, denn Individualität und Retro-Chic sind die aktuellen Trends des Freudentags junger Paare im Jahre 2014.
Der Film „The Great Gatsby“, einem 20er-Jahre-Drama mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle des reichen, dekadenten Junggesellen, schürt den Trend zu Festen und Mode im Stil der „Golden Twenties“, einem Zeitalter geprägt von Hedonismus und Exzentrik, aber auch von zeitloser Eleganz. Die Roben sind verspielt und verführerisch zugleich, ohne überladen zu wirken: Zeitlose, androgyne Schnitte aus fließender Seide und zarter Spitze sieht man bei Temperly und Marchesa auf dem Laufsteg, kombiniert mit denen für die Epoche typischen Haarbändern aus Blumenspitze, Tüll und Perlenbesatz, die den klassischen Schleier ersetzen und auf märchenhaftes Understatement pochen.
Oscar de la Renta und Monique Lhullier dagegen lassen den Prinzessin-für-einen-Tag-Traum mit voluminösen Röcken aus Tülllagen, überzogen mit wunderschönen Blumenstickereien – mal als Bandeau, mal mit opulenten, transparenten Schleifen auf den Schultern – wahr werden. Dazu kombinieren sie abstrakte Volantkreationen und spielen mit Transparenz und Blickdichte – so bekommt der Gang zum Altar einen Hauch Catwalk-Feeling.

Rebellische Roben

Der Hochzeitstag muss inzwischen nicht zwingendermaßen in romantisch-textiler Form zelebriert werden, um romantische Stimmung aufkommen zu lassen: Auf der Sì Sposaitalia, einem der wichtigsten Hochzeitsevents Italiens, zeigen Designer minimalistische Kleider mit geraden Linien und klaren Formen. Asymmetrie, Hochgeschlossenheit zu ausgeschnittenen Rücken, Dekolletés und punktuelle Akzente durch Perlen oder Taillierung bestimmen die A- und I-linienförmigen Kreationen, auch gerne als Minis. Ausschnitte im Wasserfallstil oder mit gekreuzten Stoffdetails ziehen die Blicke bei den schlichteren Modellen auf sich.

Auch die Meisterin der Hochzeitsroben, die amerikanische Modemacherin Vera Wang, tanzt mit ihren Entwürfen für 2014 farblich aus der Reihe: Die Vera-Wang-Braut ergibt sich im Frühling einem Spiel aus Schwarz-Weiß-Kontrasten. Schwarze, lange Handschuhe, Bandeaus und Bustiers zu weißen, bodenlangen Röcken im Scherenschnittlook finden ihren Weg in die Kirche oder das Standesamt. Die Kollektion für die Zeremonie im Herbst dagegen unterstreicht den wundervollen „Indian Summer“: Tüllexplosionen in Rosa, Koralle und Rosenrot, gespickt mit übergroßen Blumenvolantdetails, machen imposant auf sich aufmerksam.

Mann traut sich

Schwarze, klassische Smokings oder Fracks im Butlerstyle waren gestern: Der heiratswillige Mann von heute passt sich seiner Liebsten an – farbenfrohe Varianten inklusive. Blaunuancen von Hell- über Mittel- bis Dunkelblau sind der aktuelle Trendsetter, aber auch Creme-, Grau- und Brauntöne liegen weit vorne. Die Modemarke Wilvorst macht es mit seinen Designs für dieses Jahr vor: in ihren Kollektionen „Prestige“ und „After Six“ dominieren modische Dreiteiler mit dezent gemusterten Westen für modische Momente bei der Party nach der Trauung.
Genau wie „Sie“ hat auch „Er“ die textile Vergangenheit wiederentdeckt, wenn auch mit Schnitten, die mit der stilistischen Anlehnung an das 19. Jahrhundert etwas weiter zurückreichen: In Tziaccos Herbst-Winter-Designs trägt der Bräutigam Gehrock und doppelreihige Dreiteiler mit subtilen Prints, inspiriert von der Mode an den Königshöfen. Ob Einstecktuch oder Blume, Krawatte oder Fliege oder doch farbigen Socken á la Nick Cannon – Mann ist modern am großen Tag, der unter dem Motto „wer sind wir“ anstelle von „wer sollen wir sein“ steht.

Quelle/Text: fashionpress.de