DIE WELT DER RAUBKATZEN

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Kevin Richardson Foto: Geo Television / © Stuart Dunn 2016

Kevin Richardson
Foto: Geo Television / © Stuart Dunn 2016

Die Geheimnisse der grossen Katzen

Eine Familie, 40 verschiedene Gesichter: Raubkatzen faszinieren uns wie kein anderes Tier. Und doch wissen wir nur sehr wenig über die grazilen Räuber. Die BBC-Doku begleitet die ambitionierten Forscher, die ihr Leben den großen Katzen dieser Erde gewidmet haben. Mit Hilfe ihrer Erkenntnisse können nicht nur die Geheimnisse der faszinierenden Tiere gelüftet, sondern sie auch besser vor dem Aussterben gerettet werden.

Raubkatzen sehen nicht nur majestätisch aus, sie haben auch Fähigkeiten, die uns den Atem rauben. Geparden beispielsweise können ihre Geschwindigkeit schneller beschleunigen als ein Ferrari und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 93 Kilometern pro Stunde. Dank High-Tech-Halsbändern, die den Tieren angelegt werden, und Forschungsflugzeugen wissen Wissenschaftler mittlerweile, dass nicht nur die Geschwindigkeit das Erfolgsgeheimnis der Geparden ist. Besonders auch die Wendigkeit, mit denen Geparden ihre Beute jagen, ist beeindruckend. Das erklärt auch, warum die grazilen Tiere nur sehr selten ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Löwen sind die Könige unter den Raubkatzen. Sie sind die einzigen ihrer Art, die im Rudel leben. Ein Indiz für ihre Intelligenz. Denn die Wissenschaft hat bereits gezeigt, dass soziale Tiere intelligenter als Einzelgänger sind. Die Doku zeigt hautnah, wie Forscher die vermutete Intelligenz der Löwen herausfinden. Anhand eines simplen Experiments liefern ihnen die Löwen die Bestätigung, dass sie voneinander lernen können. Ein wichtiges Indiz für Intelligenz.

Grundsätzlich ist es sehr schwierig, Raubkatzen zu erforschen. Auf der einen Seite kann die Arbeit mit ihnen sehr gefährlich werden, auf der anderen bekommt man viele Arten kaum zu Gesicht. 13 Jahre lang haben Forscher in den USA Daten von Pumas, den sogenannten Berglöwen, gesammelt und wurden dabei sehr überrascht. Die als Einzelgänger geltenden Tiere haben ihre Beute oft mit Artgenossen geteilt. Mehr noch: Sie erinnerten sich an Artgenossen, die ihnen schon mal begegnet sind und teilten mit ihnen lieber ihre Mahlzeit als mit anderen.

Raubkatzen überraschen immer wieder. Sie passen sich an neue Gegebenheiten an. So haben sich überdurchschnittlich viele Servale (eine seltene, mittelgroße Raubkatze in Afrika) bei einem riesigen Industriegebiet niedergelassen. Die Forscher konnten sich das Verhalten nicht erklären, bis sie bemerkten, dass Servale viel Wasser bevorzugen. Um die Maschinen des Industrieparks zu kühlen, sind viele Teiche und Flüsse um die Hallen angelegt worden und Fressfeinde müssen die Servale hier nicht fürchten. Die perfekte Umgebung.

Raubkatzen auf der ganzen Welt müssen immer stärker um ihr Territorium kämpfen. Viele Arten sind deshalb vom Aussterben bedroht. So leben mittlerweile alleine in den nordamerikanischen Zoos mehr Tiger als auf der ganzen Welt in freier Wildbahn. Die Doku stellt Initiativen und Projekte vor, die für den Erhalt der Raubkatzen kämpfen. Denn wenn nicht unternommen wird, dann könnte es sogar sein, dass die Könige der Katzen – die Löwen – trotz ihrer Intelligenz bald von unserem Planeten verschwinden.