Von türkischen Bundesligaprofis und der großen Zugehörigkeitsfrage

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Fussball2_2015Die Bundesliga zählt auf der ganzen Welt als eine der besten und interessantesten Fußballligen überhaupt. Spieler verschiedener Nationen streben eine Karriere zwischen München, Dortmund und Hamburg an und schaffen so den Sprung in die eigene Nationalmannschaft oder werden zu Legenden. So geht es auch vielen Spielern aus der Türkei. Schon immer gab es in der Bundesliga zahlreiche türkische Spieler, doch was in den letzten Jahren eher zum Thema geworden ist, sind junge Deutsch-Türken, die noch nicht so recht wissen, welchem Land sie sich eher zugehörig fühlen und für welche Nationalmannschaft sie lieber spielen würden.

Internationalität des Fußballs

Spieler wie Ilkay Gündogan und Mesut Özil beispielsweise, die beide in Deutschland geboren wurden, aber türkischer Abstammung sind, fühlen sich definitiv der deutschen Nationalmannschaft zugehörig und gelten offiziell als deutsche Fußballspieler. Özil beispielsweise war schon an mehreren WM und EM Einsätzen beteiligt und sorgte mit dafür, dass sich das Team um Joachim Löw im letzten Jahr den Titel holen konnte. Und Ilkay Gündogan gilt seit Jahren als feste Größe beim Bundesligisten Borussia Dortmund, der sich trotz einer schwachen letzten Saison selten über schlechte Wettquoten beschweren konnte. Auf Seiten wie 32Red oder PlayMillion geben regelmäßig unzählige Tippfans ihre Einschätzungen ab. In der kommenden Saison haben Gündogan, Özil und Co. wieder die Chance, die Wettquoten für ihre Vereine in die Höhe schnellen zu lassen. Mit Mönchengladbach erwartet zumindest Borussia Dortmund am ersten Spieltag der neuen Saison kein leichter Gegner, was sich bestimmt bei 32Red auf die Wettquoten niederschlagen wird.

Der erste türkische Bundesligaspieler

Doch auch viele türkische Spieler sind in Deutschland tätig. Alles begann angeblich mit dem türkischen Spieler Özcan Arkoc, der im Jahr 1967 zum Hamburger SV wechselte, nachdem er zuvor mehrere Jahre erfolgreich in Istanbul und Wien gespielt hatte und ebenfalls Mitglied der türkischen Nationalmannschaft gewesen war. „Angeblich“ deshalb, weil er stets als erster türkischer Spieler in Deutschland betitelt wurde, wobei er eigentlich nur der erste Türke in der Bundesliga war. Zuvor war nämlich bereits Aykut Ümnyazici für Eintracht Braunschweig in den Jahren 61 bis 65 im Einsatz gewesen, allerdings nur auf Amateurbasis. Nichtsdestotrotz gilt Arkoc als Pionier und Legende unter den Fußballspielern, die ihr Heimatland verließen, um in Deutschland als Spieler Erfolge zu feiern.

Wohin gehöre ich?

Arkoc ließ sich auf das Leben in Deutschland ein und blieb nicht nur für ein paar Jahre. Er brachte den Döner nach Hamburg und fand schnell deutsche Freunde. All das haben die jungen Deutsch-Türken, die man heute in der Bundesliga oder anderen Ligen antrifft, nicht mehr nötig, da die meisten von ihnen eh in Deutschland aufgewachsen sind, sie sich also zumindest zum Teil als Deutsche verstehen. Wenn dann aber der Tag kommt, an dem sie sich entscheiden müssen, ob sie lieber für das Heimatland ihrer Familien, die Türkei, oder doch für das Land, in dem sie geboren und aufgewachsen sind, Deutschland, spielen wollen, geraten viele von ihnen in einen Gewissenskonflikt. Es ist eine Frage der Zugehörigkeit und natürlich auch eine Frage des Erfolgs. Schließlich ist Deutschland nicht umsonst im letzten Jahr Weltmeister geworden, und das schon zum vierten Mal. Ein Titel, von der die türkische Nationalmannschaft noch weit entfernt ist.

Deutsche Spieler in der Türkei gefragt

In der Türkei sieht man es hingegen natürlich sehr gerne, wenn junge Spieler, die ihre Ausbildung in Deutschland genossen haben, in die türkische Nationalmannschaft eintreten und so für Erfolge sorgen. In den letzten Jahren gab es da immer mal wieder Konflikte zwischen den Verbänden, wenn deutlich wurde, dass das nächste talentierte Nachwuchstalent nicht etwa für Deutschland spielen würde, sondern stattdessen von der Türkei abgeworben wurde. Als Matthias Sammer noch Sportdirektor beim DFB war, geriet dieser immer wieder einmal mit den Verantwortlichen aneinander, wenn deutsche U17 Spieler Zusagen trafen, in Zukunft für die Türkei spielen zu wollen.

Jedem die eigene Zugehörigkeit

Doch kann man es ihnen übel nehmen? Ist es nicht eher absolut löblich, dass die jungen Männer sich für eine Karriere in der Nationalmannschaft entscheiden, die deutlich weniger Erfolge zu verzeichnen hat als die deutsche und wo sie definitiv weniger Bezahlung erwartet? Spieler mit Migrationshintergrund haben es vielleicht im Alltag schon schwer genug, sich für das Leben und die Kultur eines Landes zu entscheiden. Da sollte ihnen nicht auch noch ein schlechtes Gewissen eingeredet werden, wenn sie eine Entscheidung bezüglich ihrer spielerischen Laufbahn treffen. Abgesehen davon kann sich die deutsche Nationalmannschaft nicht über einen Mangel an talentierten Nachwuchsspielern beklagen.