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Die Ensembles Concerto Köln und Sarband auf den Spuren der Türkenmode in der abendländischen Musikgeschichte – Eine Überlegung

Musik als Traum, als Entführung in fremde Welten – ein altbekanntes Bild, das die Musiker der Ensembles Sarband und concerto Köln zum Konzept gemacht haben. In ihrem Programm Traum vom Orient, das am 20. Juli im Rahmen des Mozartsommers in Mannheim konzertierte, widmen sie sich der Geschichte der Imagination des Morgenlandes in der Musik des Westens. Und stoßen auf die schmale Grenzlinie zwischen Faszination für Exotik und ernsthaftem Interesse im 18. Jahrhundert.

Als 1683 die Türken Wien belagerten, konnten sie es zwar nicht erobern, eines haben sie allerdings mit Nachdruck hinterlassen: ihre Musik. Ein volles Jahrhundert später, zu Hochzeiten der Wiener Klassik, sorgte der Einfluss der türkischen Militärmusik für eine frühe Form der Interkulturalität in der europäischen Musikgeschichte, als bedeutende Komponisten wie Gluck, Salieri und Mozart türkische Elemente in ihre Kompositionen einbauten. Die berühmtesten Werke dieser Türkenmode sind wohl Mozarts Singspiel Entführung aus dem Serail und seine A-Dur Klaviersonate mit dem berühmten Rondo alla turca.

Auf dem Programm am 20. Juli standen von Seiten der westlichen Musik neben der Ouvertüre zur Entführung Glucks Ouvertüre zu Die Pilger von Mekka sowie Süßmayers sinfonia turchesa und Auszüge aus der Oper Solimano  von Joseph Martin Kraus.

Den orientalischen Einschlag versuchten die Wiener Komponisten bei Orchesterwerken unter anderem mit Ausbau des Klangapparats durch bombastisches Schlagwerk, Vermehrte Nutzung von Oktavparallelen und übermäßigen Intervallen zum Klingen zu bringen. Die vermeintlich orientalischen alla-turca Kompositionen machten am Wiener Hof Laune, luden zum tanzen ein und faszinierten durch ihre fremden Klänge.

Das ist die abendländische Seite des Konzerts. Im Vergleich dazu erklingen traditionelle, türkische Werke und westliche Transkriptionen solcher, gespielt von Sarband. Schnell wird klar: Was die Wiener von türkischer Musik kannten, ist nur ein kleiner Teil ihres breiten Spektrums. Neben der Militärmusik der Janitscharen, die vor Wiens Toren schmetterte, stehen im osmanischen Oeuvre Stücke mit kleiner Besetzung, in denen Soloinstrumente sich entfalten, die schmerzliche Klage der Vierteltöne zum Tragen kommt und der karge, geräuschvolle Klang der Streich- und Blasinstrumente sich offenbart.

„Dieses Programm Traum vom Orient geht ja eigentlich darum, zu zeigen, dass es nur ein Traum war“, erklärt Vladimir Ivanoff von Sarband.

„Die Imagination ist natürlich wie immer unterhaltsamer gewesen als die Realität.“ Bei der Recherche zum Programm sind concerto Köln und Sarband auf viele Stücke gestoßen, die aufgrund ihres niedrigen Niveaus unbrauchbar waren, so die stellvertretende Konzertmeisterin Sylvie Kraus. Ein weiteres Indiz dafür, wie wenig ernst die türkische Musik von vielen genommen wurde. Die klassischen Komponisten haben tatsächlich eher eine Traumwelt erschaffen, die abseits des realen osmanischen Reichs lag.

Mozart und Gluck also als Dilettanten, die meinten, mit ein wenig Tschingderassabum den Serail in die Wiener Theater zaubern zu können? So einfach ist das doch nicht, denn die Komponisten der frühen und der Hochklassik wuchsen mit einer musikalischen Spieltechnik auf, die der Orientalischen gar nicht so unähnlich ist. „Da ist ein Ton nicht einfach nur ein gerader Ton, sondern der hat verschiedene Phasen, der geht auf und wieder zu, er verändert sich.“, erläutert Kraus. Neben der Phrasierung waren auch Betonungsmuster ähnlich geprägt und so konnte interkulturelle Musik geschaffen werden, die zwar eindeutig westlich ist, aber neue Welten auf ihre eigene Art schafft.

Die Kompositionen als Verballhornungen abzutun, greift also oftmals zu kurz. Zudem wandelte sich das Bild vom „Türken“, vom brutalen Städtebelagerer des 17. Jahrhunderts zur weisen, zauberhaften Märchenfigur aus den Türkenopern. Trotz allem Missverstehen also doch eine gutgemeinte Annäherung, die fremde Kultur als Schöpfquelle der Phantasie, mit Musik als Bindeglied.

Und wann und wo wären solche Themen aktueller als 2010 in Mannheim, einer Stadt mit einem starken Anteil an Einwohnern aus dem nahen Osten? Und so steht ein eher untypisches Publikum am 20. Juli vor dem Nationaltheater Mannheim; neben den üblichen Theaterbesuchern finden sich türkischstämmige Konzertbesucher und auch viele junge Interessierte. Das Programm kommt gut an. Beliebt sind vor allem die Derwische, die zur türkischen Musik ihren meditativ-religiösen Tanz aufführen. Trotz der positiven Resonanz scheinen die Vorlieben allerdings klar verteilt zu bleiben – bei den türkischstämmigen Besuchern punktet vor allem die originale türkische Musik, während ein älterer deutscher Herr anmerkt, der Mozart habe „richtig gut getan nach diesen vielen Wiederholungen in der, na sagen wir mal, Haremsmusik“.

Wieder also nur scheinbares Interesse, ein netter Ausflug in eine andere Kultur und dann zurück in wohlbekanntes Gefilde? Es scheint ein bisschen so. Trotzdem – die Zusammenarbeit von concerto Köln und Sarband ist so beliebt, dass sie seit über 10 Jahren schon über 100mal mit dem Programm aufgetreten sind und die CD 2003 mit dem Klassik ECHO ausgezeichnet worden ist. Und vielleicht muss man sich ja auch gar nicht entscheiden, ob interkulturell-künstlerische Projekte bloße Reduktion auf Stereotypen mit sich bringen oder ob die Typisierung zu Märchenbildern eine kreative Annäherung ist. Solange die Reflexion bleibt und es nach dem Konzert türkisches Buffet gibt.

Website: www.sarband.de
Website: www.concerto-koeln.de

CD: Dream of the orient, produziert von Archiv Produktion (Universal)

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